Die stehende Brust

Beim wem jetzt falsche Assoziationen aufkommen und die Frage: was genau treiben die da beim ihrem „Schwimmtraining“ – es handelt sich um Beckenbodentraining aufrecht im Wasser. Klarer?  Natürlich nicht. Hier das – was genau geschah:

Nachdem erneut 3 Trainingseinheiten ausfallen mussten, weil unsere Halle wartungs- und havariebedingt geschlossen wir, während dieser Zeit waren wir wieder outdoor unterwegs, mit Inlineskates, Fahrrad, laufend und auf mit Bat- und Speedminton, konnten wir gestern (endlich) wieder ins Wasser.

Wenn ich morgens aufwache und nicht den leichten Hauch von Chlorgeruch auf meiner Haut wahrnehme, weiß ich, mir fehlt das Wasser – vielmehr das Schwimmen. Dann ist ein Tag ohne Aussicht auf Wassertraining ein Tag mit Abstrichen.

Wir konnten also wieder unser Training aufnehmen und bedienten uns im Programm ein paar Einheiten eines anderen Schwimmclubs. Die neuen Anregungen hin und wieder aufzugreifen und auszuprobieren, ist ein gutes Mittel, um die Aufmerksamkeit und Motivation immer mal wieder anzupieksen und für Abwechslung zu sorgen.

Neben allerlei HIIT und Konditionselementen kam der Schwimmstuhl zu Einsatz. Man nimmt sein Schwimmbrett oder Pullboy, setzt sich drauf und mit Brustarme-Schwimmen geht es die Bahn entlang. Die Rückbahn wird mit Brustbeine absolviert, dann wieder der Schwimmstuhl. Es gibt wohl Vereine, die sind soweit konditioniert und gekräftigt, dass sie den Schwimmstuhl so akkurat beherrschen, dass alles über dem Bauchnabel aus dem Wasser schaut.

Weder habe ich das bisher jemals gesehen, noch selbst hinbekommen. Keiner von uns hat das. Wir wissen es nur vom Hörensagen. Es sollen tatsächlich schon Schwimmer gesehen worden sein, von denen jemand hörte, dass jemand das schon mal geschafft hat.

Wir üben noch dran.

Der Schwimmstuhl kam schon das ein oder andere mal im Programm vor, nicht oft, und immer nur für ein, zwei Bahnen bisher.

Gestern hieß es dann, gemäß dem geliehenen Trainingsplan, 6x50m

Oje, wir dachten, das schaffen wir nie. Und siehe da – gut ging‘s. Einige entpuppten sich als regelrechte Schwimmstuhlexperten und ließen alle anderen locker hinter sich.

Dann gab‘s wieder ein bisschen mehr Fokus auf Beine und Koordination und Technik, anschließend dann, „die stehende Brust“

Es war ein echter Spaß.

Im Prinzip leicht erklärt – der Schwimmstuhl im Stehen.

Man setzt sich nicht auf das Brett und bewegt sich vorwärts per Brustarme, sondern man stellt sich auf das Brett. Kerzengerade muss es sein. Körperspannung ist gefragt, um nicht wie ein Fragezeichen durchs Wasser zu schlängeln.

Dazu gehört auch, den Beckenboden anzuspannen. Das Schöne dabei ist, man kann sich dabei unterhalten. Nebeneinander fortbewegen, sich gegenseitig daran erinnern, den Po nicht nach hinten zu schieben, aufrecht zu stehen und schön die Arme einzusetzen und gleichzeitig sich über die Doppeldeutigkeit dieses besonderen Beckenbodentrainings zu unterhalten.

Die Wichtigkeit eines gut trainierten Beckenbodens wird mit steigendem Alter immer offensichtlicher. Warum dann nicht das Training mit dem Training verbinden, zumal diese Übung dafür wie geschaffen ist.

Wie der Beckenboden zum Bauchnabel zu ziehen ist, ist jeder Frau bekannt, die nach Schwangerschaften Rückbildungsgymnastik absolviert hat. Aber zu welchen Verwirrungen es führen kann, wenn man männlichen Mitschwimmern die Aufgabe gibt, den Beckenboden zum Bauchnabeln zu ziehen, hätte ich mir zuvor nicht vorstellen können.

Allein die Assoziation Beckenboden lag weit entfernt des eigenen Körpers. Sie waren überfordert mit der Aufgabe den BECKENBODEN – also die untere Seite des Schwimmbeckens, welche sich nur wenige Zentimeter unter ihren Brettern befand, irgendwie in Richtung Bauchnabel zu bekommen und es ergaben sich äußerst witzige Verrenkungen.

Was gleichzeitig dazu führte, dass wir (die Frauen) kurzzeitig überlegten – haben Männer überhaupt einen Beckenboden? Also durchlebten wir auf den abermals 6x50m der Stehenden-Brust auch eine kleine Anatomiestunde.

Ich kann nur sagen – Körperspannung halten, Beckenboden anspannen, per Brustarme aufrechtstehend vorwärts bewegen, dabei lachen und erzählen ist eine besonders anstrengende aber auch besonders lustige Trainingseinheit und zum Nachmachen empfohlen.

Wir werden es wieder tun und sicher weitere witzige solcher Elemente finden J

Wasser Marsch!

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