Fotodokumentarische Trainingsanalyse

Es trug sich zu … J

Ja wir hatten tatsächlich eine Unterwasserkamera mit zum Training.

Nach dem Sommerurlaub einer Mitschwimmerin, deren Tochter das Utensil im offenen Meer ausgiebig getestet hat, wollten wir nun auch den Einsatz im heimischen Schwimmbecken testen und Aufnahmen vornehmen, die eigentlich dabei helfen sollten, grobe Technikfehler zu erkennen und auszubügeln.

Ja – das war der Plan.

im_wasser_1

Dazu sollte man (bzw. Frau) zuallererst wissen, wie die Kamera funktioniert. Schritt 1 (wir wussten es nicht – so richtig 😉 )

Schritt 2 – sich darüber klar werden, ob es sinnvoller ist selbst im oder außerhalb des Wassers zu sein, um geeignete Bilder zu machen.

Vielleicht ist es sogar sinnvoll, dass die, die beim Schwimmen fotografiert werden sollen ebenfalls im Wasser sind. – mussten wir alles erstmal debattieren ,)

Ja, ok. Auch unter der vorbereitenden Dusche VOR dem Training kann die Kamera schon auf ihre Funktion überprüft werden. Witzige Bilder zum Aufwärmen schaden ja nicht. Als dann alle im Wasser waren, begannen wir ganz ordnungsgemäß mit dem Training. 20 Minuten Rückenbeine mit Flossen stand als erstes auf dem Plan.

Der geneigte Leser wird nun die Hände vors Gesicht schlagen und meinen „siehste – wusste ich doch. Ist eben doch nur Kacheln zählen.“

Ist es nicht.

Alle flosselten so vor sich hin. Der eine mit Musikbegleitung auf den Ohren, der andere singt sich selbst was vor, der nächste plant in Gedanken das Wochenende und wieder andere schaffen es einfach so vor sich hinzuschwimmen und mal nichts zu denken.

Ich gebe zu, die mit Musik auf den Ohren bin ich. Aber wie es mit technischen Geräten oft so ist – sie gehen halt nicht immer. Das kann man nicht verlangen. Jeder braucht mal eine Pause. Und klar, dass mein wasserdichter MP3 Player ausgerechnet dann sich die gewerkschaftliche erkämpfte Pause nimmt, wenn ich 20 Minuten Flossenschwimmen absolvieren will.

Das hat auch sein Gutes. Ich nehme die Stöpsel aus den Ohren. Sie hängen über meiner Badekappe und tanzen im Takt der Flossen neben meinen Ohren rum und ich lausche dem Geschehen.

Ja, in der Schwimmhalle, auf einer Bahn mit mehreren Schwimmern, allesamt bekleidet mit Flossen, eingerahmt von anderen Bahnen mit Schwimmern, jene ebenfalls bekleidet mit Flossen, kann man lauschen.

Ich lausche dem Rhythmus der Flossenschläge. Jeder der Beflossten hat einen eigenen Takt. Dennoch folgen sie scheinbar einem gemeinsamen Dirigenten, denn keiner wirkt störend im Reigen der musizierenden Wassertropfen. Es platscht und strampelt, es tropft und blubbert. Dann ein Zisch, an der Wende mit einem Flutsch, gefolgt von einem kräftigen Abstoß, der den Schwimmer in umgekehrter Richtung wieder auf die Bahn schickt.

Manchmal gleichen sich zwei Schwimmer vorrübergehend an und strampeln im selben Rhythmus bis es sich wieder verliert und jeder der beiden wieder seiner eigenen Frequenz nachgeht.

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Das macht am Ende aus 2x 20 Minuten Flossenbeintraining ein sanft wiegendes Plätscherstück mit Erholungseffekt für Geist und Ohren.

Aber da war doch noch was. Richtig – die Kamera. Plötzlich taucht am Ende der Bahn jemand ab und unter Wasser wieder auf – mit Kamera.

„Bitte recht freundlich“ suggeriert der Blick.

Na klar doch, gern. Ein breites Grinsen wird entfacht, das unter Wasser fotografiert etwas wahnsinnig wirkt. Oder aber gut für eine Zahnpastawerbung herhalten kann.

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Und die nächste Bahn steht an. Es sind erst 7 Minuten absolviert. Nach 50 Metern : Oh eine Kamera – „bitte lächeln“ – „warte da kommt die nächste. Ein Foto zusammen bitte“

„Oh warum machen wir nicht alle eines zusammen?“

Und schon wird die Trainingseinheit unterbrochen und zur Fotosession.

So schön abgelenkt und beschäftigt wir sind, bemerken wir nicht wie unsere Bahn okkupiert wird. Zwei Kopf-über-Wasser-Schwimmerinnen haben den Moment unserer Abwesenheit genutzt und zogen auf die Bahn. Hm. Mist

Also doch wieder zurück und weitermachen und irgendwie zusehen, dass die beiden zwar die Bahn räumen, aber sich nicht vertrieben fühlen. Wir waren mit Flossen unterwegs und bei ihnen sollten die Haare nicht nass werden. Das kann nur Ärger geben.

Wir absolvierten das Trainingsprogramm bis zum vorgegebenen Ende und vertagten das Shooting auf später. Bevor es aus dem Wasser und unter die Dusche ging, ließen sich noch einige nette Bilder einfangen. Kein Synchronschwimmteam hätte es besser hingekriegt und vor allem die Haare „lagen“

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