Sprintcup in Rostock

Schon zweimal stand dieser Termin in unserem Wettkampfkalender, doch irgendwie hat es bisher nicht geklappt auch wirklich daran teilzunehmen. Es ist auch gar nicht so einfach, die Familienkalender, Arbeitseinsätze und sonstige Verpflichtungen erwachsener Schwimmer unter einen Hut zu bringen. Unsere Bestrebung ist es, wann immer Staffeln bei einem Wettkampf angeboten werden, diese auch zu absolvieren. Heißt, für eine reguläre Staffel brauchen wir vier Frauen, für eine Mixed Staffel zwei Frauen und zwei Männer, die antreten.


Da waren sie wieder unsere drei Probleme, uns fehlen die Männer. Zwar haben wir mitschwimmende Männer in unserem Team, die mit voller Eifer und großer Motivation am Training teilnehmen, leider aber fehlt ihnen entweder die nötige Zeit oder Geschwindigkeit (was genau genommen auch Zeit ist 😉 , um Wettkampfambitionen nachzugehen. Wir arbeiten dran. Bis dahin aber leider keine Mixed-Staffel von den Steelmasters.

Unsere Frauenstaffel war in 2016 ( Sieger in der 4x50m Lagenstaffel im SSE und Sieger in der 4x50m Freistilstaffel im SSE Berlin) und 2017 (Zweiter in der 4x50m Lagenstaffel im London Aquatics, beides bei internationaler Beteiligung) erfolgreich. Dieses beflügelnde Gefühl, die Euphorie diese Platzierungen gemeinsam erreicht zu haben, verlangt direkt nach mehr. Wir lagen uns in den Armen, als alle im Ziel eingetroffen waren, wir auf unsere Zeit sahen und wussten, was wir geschafft hatten. Glücklich, zufrieden und im Team, strahlten wir alle um die Wette und unser Trainer war stolz, mit Recht. Denn das ist vor allem auch sein Werk. Nach London im letzten Herbst schauten wir, wo wir wieder Staffeln schwimmen können und Rostock bot dazu Gelegenheit. Nur leider passte das nicht in den Kalender von uns vier. Nicht dieses Mal. Also machten sich nur zwei von uns auf den Weg nach Rostock, in die Halle, die den Namen des wohl geläufigsten Meeresbotschafters trägt. Neptunhalle.

Schon die Bilder der Halle im Internet begeisterten uns. Wunderbare angelegte Tribünen mit ausreichend Sitzplätzen. Lichtdurchflutet durch große Fenster und einen Bereich für Turmspringer. Hier wurde sogar fleißig trainiert, während wir da waren, was für zusätzliche Unterhaltung sorgte. Wir freuten uns auf den Wochenendausflug. Meer, frischer Fisch, gute Gesellschaft und ein Wettkampf. Ein gute passende Zusammenstellung für uns.

Freitag Nachmittag bei 36 Grad Außentemperatur an Berlin vorbei in Richtung Küste zu fahren, ist eine tolle Idee. Der Verkehr war zäh und es dauerte ewig. Nachdem wir an Berlin vorbei waren, war alles frei und schon bald bezogen wir unser Zimmer im Hotel mit Blick auf die Ostsee. Wunderbar! So konnten wir den Abend mit einem leckeren Essen in einem Biergarten in Seenähe und anschließendem Bier von einer Strandbar locker ausklingen lassen und mit dem Versuch die Aufregung vor dem Wettkampf zu verdrängen, in die Nacht starten. Zum Frühstück gab es frisch zubereitete Waffeln. Da kamen wir in die Zwickmühle – reichlich Waffeln zum Frühstück, heißt reichlich im Magen zu haben, bei Schwimmen. Sollten wir vielleicht einfach hier sitzen bleiben und weiter frühstücken, anstatt zur Halle zu fahren? Oder tatsächlich uns beim Konsumieren der Waffeln zurückhalten, um schneller schwimmen zu können? Schwierige Frage. Beides klang verlockend. Wir entschieden uns für den Startblock. Für nichts anderes waren wir schließlich hierher gekommen.


Die Begrüßung in der Halle durch die Veranstalter und die anderen Teams war wie immer sehr herzlich. Man fühlt sich stets willkommen, nicht als Konkurrenz verurteilt. (Was sich vielleicht anders darstellen würde, wenn wir tatsächlich als Konkurrenz betrachtet würden? Heißt es eventuell: Die sind ja nur aus Hütte? Wer weiß 😉 ) Ein Schwätzchen hier ein Statusupdate dort. Diese Schwimmfamilie macht diese Events immer lohnenswert und angenehm. Und jedes Mal wieder sind wir erstaunt über die Bandbreite an Startern aus den verschiedenen Alters- und Berufsgruppen. Und jedes Mal wieder sind wir stolz dazu zu gehören. Auch wenn mal nicht alles glatt geht.

Meinem Ziel, die 50m Schmetterling endlich unter 40 Sekunden zu schwimmen, kam ich an diesem Tag wieder ein Stück näher. Und das, obwohl unser Trainer uns immer wieder sehr gerade-raus und emotionslos mitteilt „Ihr werdet nicht mehr schneller. Dafür seid ihr schon zu alt.“ Ja, er meint es ja nicht so, wie es klingt. Zumindest konnte ich diesen Ansatz wieder einmal widerlegen. Meine Meldezeit von 40.11 Sekunden unterbot ich mit genau 1/10.

Im Ziel angeschlagen, ging mein Blick sofort auf die große elektronische Anzeige. Diese schrieb 40.01 Sekunden. Ich wusste nicht, soll ich fluchen, weil nur 2/100. mich von meinem Ziel trennten? Oder soll ich mich freuen, weil ich eben 1/10. Sekunde schneller war, als die bis dahin gültige Bestzeit für diese Strecke? Es siegte die Freude. Es ging doch noch voran und die 40 wackelt. Ich werde weiter dran arbeiten und im Herbst will ich sie knacken!

Alles in allem schlossen wir den Sprintcup in Rostock zufriedenstellen ab. Mit drei 1. Plätzen über 50m Schmetterling, 50m Rücken und 50m Freistil in der AK50 und zwei 2. über 50m und 100m Rücken, plus einem 4. mit neuer persönlicher Bestzeit eben über die 50m Schmetterling in der AK40 hat sich die Anreise gelohnt und die Abreise ließ noch einen Stopp im Hafen zu, um uns mit frischen Fischbrötchen zu stärken.


Im nächsten Jahr wollen wir zu diesem Wettkampf zurückkehren. Dann hoffentlich in stärkerer Besetzung und mit einem Staffelstart. 🙂

Danke an die Rostock-Masters und all ihre Helfer zur Veranstaltung dieses tollen Wettkampfes und auf ein Wiedersehen.

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