800m Butterfly – beflügelt

Es ist eine Weile still geworden um uns, zugegeben. Wir kamen etwas schleppend ins Jahr, konnten Neuzugänge in unser Team aufnehmen und mussten uns von bisherigen Mitgliedern aus verschiedenen Gründen verabschieden. Da wir eine sehr gesellige und gut funktionierende Gruppe sind, begleitet so ein Weggang von Einzelnen die ersten Trainingseinheiten im neuen Jahr etwas Wehmut.

Hinzu kommt, und das ist jedes Jahr das selbe Bild, dass zu Anfang des Jahres jede Menge frisch motivierte Neujahrsvorsätze sich im Becken tummeln. Es bleibt kaum Platz. Das Becken ist voll und jeder möchte seine Bahnen ziehen und dabei möglichst viele Kilo liegen lassen. Und das am besten gleich beim ersten Besuch des Schwimmbades.

Es muss tatsächlich einen Trick geben, mit dem es gelingt binnen weniger Wochen, durch Kopf über Wasser Schwimmen, oder, nennen wir es vielleicht nicht ganz schwimmen, mehr Treiben, womit man so viele Kalorien verbrennt, dass schon nach kurzer Zeit der Ansturm wieder verflogen ist und die Halle bereits zu Ende Januar wieder ihren gewohnten Füllstandsgrad erreicht.

Doch wir bleiben. Kein Neujahrsansturm, keine „wie-komme-ich-am-Besten-ins neue Jahr“ Flaute und auch kein Trainingsprogramm, das zuweilen sich einfach darauf konzentriert uns wieder in Form und Kondition zu bringen, auch wenn es wirklich mal „nur“ Kacheln zählen ist, kann uns davon abhalten.

Aktuell ist unsere Trainingsteilnehmerzahl aufgrund der bestehenden Erkältungswelle wieder etwas dezimiert. Das heißt, mehr Platz auf der Bahn. So trug es sich zu, dass die Bahn der Wettkampfschwimmer beim gestrigen Training auf 2 reduziert war. Das gab uns Spielraum und Möglichkeit für ein echtes Power-Programm. Einschwimmen – wie immer. Dann, mal zum Antesten der Grundform des Jahres, einmal kurz 50m Schmetterling und lauschen, was der Puls so sagt. Konnte ich etwas Kondition über die Feiertage und Erkältung retten? Kolabiert der Luftapparat, oder krampfen die Waden?

Alles war prima. Ich fühlte mich fit und die 50m gingen rum ohne Beeinträchtigungen. Schon am Morgen hatte ich mich richtig gut und motiviert gefühlt. Ich hatte wirklich Bock auf das Training am Abend. Nach meinem Feieraband dann kam der Schweinehund. Oh man – heute noch Training? Die Couch wäre mir heute fast lieber. Aber – nichts da – ab ins Schwimmbad. Nach den 50m Schmett war ich froh mich aufgerafft zu haben.

Kurzer Austausch mit dem Trainer – was sollen wir schwimmen? „Macht mal immer halbe Bahn Brust locker, dann halbe Bahn Schmett schnell, kurz Luft holen und Schmett zurück. Das 2-mal, dann 50 locker.“ Ok, gesagt, getan. Lief gut. Die 50 locker fast schon eine Beleidigung, waren wir doch noch gar nicht richtig auf Touren 😉

„Jetzt macht ihr das insgesamt 5 mal – 5 sequenzen, dann 500m beliebige Schwimmart.“

und dann? „Dann das ganze nochmal“

Oje – ehrlich? Es klang wirklich verlockend. Aber ist das machbar? für uns? Dieses Programm hatte seinen Reiz. Es schrie förmlich danach geknackt zu werden. Wir hatten knapp 75 Minuten zur Verfügung. Schauen wir was geht.

Und es ging. der erste 5er Block und damit die ersten 425m Schmett waren abgehakt. Es verlangte einiges ab, aber dafür ist das Training ja auch da. Zum Treibenlassen sind wir nicht ins Wasser gesprungen. Die 500m schwamm ich in Rücken.Die Arme meldeten sich so langsam und der Abdruck unter Wasser fiel etwas schwer. Dann waren die 500m auch geschafft und es ging an den zweiten 5er Block. Der nocheinmal 375m Schmett beinhaltete. Die letzte Runde 2x 50m mit je 12,5m Brust und 37,5m Schmett konnten wir genießen. Die letzten 50m wurden zelebriert.

Wir waren so stolz auf uns und glücklich. Wir hatten es wirklich geschafft und die Uhr zeigte noch 15 Minuten Trainingszeit an. Wir hatten das Ganze also binnen einer Stunde absolviert. Für uns unglaublich, kaum fassbar. Es gab noch ein paar Einlagen zur Technik. Denn diese prägt sich am besten ein, wenn der Körper müde ist. Wenn man besonders drauf achten muss, die Bewegungen so auszuführen, wie sie effektiv und sauber sind. Dann war es geschafft. 90 Minuten waren um und ich fühlte mich richtigt gut. Endlich mal wieder ausgepowert. Den Kopf frei geschwommen und alle Muskeln beansprucht.

Und auch, wenn man es kaum glauben kann, wir haben uns für die nächste Trainingseinheit (morgen) das gleiche nochmals vorgenommen. Wir wollen herausfinden, ob es beim zweiten Mal genauso viel Spaß macht und auch etwas leichter geht. Ich bin gespannt. 🙂

 

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