und wieder ist es der Schrank

Vor einer ganzen Weile gab es hier an dieser Stelle schon mal einen Eintrag über DEN Schrank. Der Aufenthaltsort meiner Bekleidung, meines Duschequipments, Schlüssel, Papiere, Taler und mehr, während des Trainings.  Es wurden die Anforderungen an diese stets temporäre Behausung besprochen und die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Schranktypen und Schrankreihen aufgeführt. Aber auch welche furchtbaren Auswirkungen es hatte, als ich den Schrank eines Tages wechseln musste, da der mir mittlerweile sehr vertraute tatsächlich und unerwartet belegt war.

Über die letzten vielen vielen Monate, nahezu zwei Jahre ist mir „mein“ Schrank ans Herz gewachsen. Wir standen auf Du und Du und verstanden einander. Es gab kein Meckern und kein Murren, mein Schrank war stets für mich und meine Utensilien da. Und das war gut so.

Nun trug es sich zu, dass die Schwimmhalle, in der wir trainieren, saniert wurde. Auch darüber haben wir berichtet. Endlich öffnete sie wieder, endlich konnten wir wieder dort trainieren und endlich würde ich „meinen“ Schrank wieder sehen und ihm meine Sachen anvertrauen. Endlich wieder in gewohnter Umgebung, sicher und entspannt. Nicht überlegen zu müssen, welche Reihe ist gut, wie viel Platz ist zum Umziehen vorhanden. Einfach rein gehen, zielgerichtet, ablegen und ab ins Wasser.

So kam ich zu unserer ersten heimischen Trainingseinheit und steuerte auf unsere Ecke zu, in der sich unsere Schränke befinden (sollten).

OMG!

Weg! Einfach weg. Die ganze Reihe. Mein Schrank, wo?

Unfassbar. Und keine Zeit, das Training würde in Kürze beginnen und ich hatte keinen Schrank. Unmöglich so schnell einen neuen zu finden. Sind ja kaum welche da 😉  Welcher von den anderen würde den Job genauso gut machen? Welcher die Anforderungen erfüllen und Rahmenbedingungen bieten, die ihn zu meinem neuen Schrank machen? Da kommen so viele Faktoren zusammen. Und welche düstere Bleibe haben die nun gefunden, die entfernt wurden? Hat man sie auf einen Schrottplatz gebracht, oder stehen sie im Keller, einsam, allein und im Dunkeln? Von Angst geplagt nie wieder ans Licht zu gelangen und als Schrank fungieren zu dürfen? Und die Tropfen aus den Heizungsrohren vermischen sich mit den Tränen des Schranks zu einer rostigbraunen Soße. 😦

Auf der Suche: Zu allererst muss es ein großer Schrank sein, damit mein Schwimmrucksack auch darin Platz findet, wenn die Winterschuhe und eine dicke Jacke bereits drin sind. Er darf nicht in der unteren Reihe angebracht sein. Wenn wir uns umziehen, unterhalten wir uns, dazu braucht man einen Schrank der auf Kopfhöhe hängt, um die Gespräche fortsetzen zu können. Und wir haben viel zu besprechen. Es müssen ausreichend Schränke nebeneinander verfügbar sein, immer mit einem Schrank Abstand zur nächsten Belegung. Die Einhaltung des Bewegungsradius für Haare und sonstiges ist wichtig.

Er darf möglichst nicht vom Schwimmbereich aus einsehbar sein und möglichst auch nicht vom Ausseingang aus. Schon dieses Feature konnte nicht nicht mehr erfüllt werden. Die einzige Reihe, die das konnte ist nun weg 😦 Die Duschen sollten nicht zu weit entfernt sein, denn, wenn wir nach dem Training naß sind und unser Duschzeug holen wollen, als auch, wenn wir aus der Dusche kommen, wollen wir nicht auf langen Wegen frieren. Und es muss eine Ablagefläche in der Nähe sein. Das packt sich besser ein und aus.

Und ausserdem muss die Chemie stimmen! Wenn ich die Schranknummer sehe, muss diese mich ansprechen und mir ein gutes Gefühl geben. Zahlen sprechen Bände. Unsere Schränke habe dreistellige Nummern. Die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten der 3 Ziffern hin und hergedreht, addiert, multipliziert, subtrahiert schaffen Bilder in meinem Kopf. Daraus enstehen Farben. Die richtige Farbe erzeugt ein matching vor meinem Auge und sagt: das ist „mein“ Schrank 🙂  Klingt spooky, aber so ist es nun mal. Kann man nichts machen.

Ich zog also los und suchte DEN Schrank. Schon wieder 😦 Und alle anderen suchten mit (aus unserer Reihe). Es dauerte vier Trainingseinheiten bis ich erfolgreich war und die Übereinstimmung aufblinkte. Ein neuer Schrank ward gefunden und ich konnte wieder sorgenfrei traninieren. Nun bleibt es zu hoffen, dass diese Reihe lange von Bestand ist und niemand auf die Idee kommt, diesen auserwählten Stauraum zu belegen, bevor ich die Schwimmhalle betrete. Ich sehe mich schon verzweifelt zuzusammenbrechen im Umkleidebereich unserer Schwimmhalle, weil ich mich auf die Suche nach einem anderen Schrank begeben muss. Ein grausamer Gedanke.

🙂

 

 

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